Studio Dan

Was hast denn du für einen Vogel?

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Kurier, Heinz Wagner, 2019-09-18

Schneewittchen in der Musik-Werkstatt – so der erste Eindruck, bevor das rund einstündige äußerst fantasievolle Schau- und Musikspiel „How is your bird?“ beginnt. Und dann entsteigt die Schlafende dem gläsernen Kasten, der hier alles andere als ein Sarg ist. Ihr erstes Wort „Zappalot!“ – nimmt Bezug auf die Inspiration für das gesamte Stück: Frank Zappa, sein Kosmos und vor allem sein Motto „Anything Anytime Anywhere For No Reason At All (AAAFNRAA)“.

Alles jederzeit überall – und das (scheinbar) grundlos wird das Publikum (ab 8 Jahren) in ein schräges, buntes, fantasievolles, immer wieder auch witziges Universum hineingesogen.

Musik-Werkstatt
Neben Kontrabass, Keyboard, Xylofon, Melodica, E-Gitarre, Posaune, Schlagzeug und Theremin (elektronisches Instrument, das ohne Berührung, nur mit Annäherung spielt) trommeln und musizieren die fünf Musiker vom „Ensemble Studio Dan“ (Daniel Riegler, Michael Tiefenbacher, Raphael Meinhart, Constantin Herzog, Hubert Bründlmayer) mit allem was ihnen unter oder zwischen die Finger kommt. Nicht zuletzt sind das die metallenen Stellagen, auf und in denen sie sitzen, Kleiderbügel aus unterschiedlichstem Material und vieles mehr.
Während im Hintergrund spacige Weltraum-Bilder und -Animationen eingeblendet werden, die Musiker für Klänge und Geräusche sorgen, spielt die erwachte Performerin Karolina Preuschl wiederum mit Papierknäuel und allem möglichen anderen Zeugs. Im Glaskasten baut sie eine skurril anmutende Planeten-Landschaft. Die schwebt um einen Globus, der sich auf dem Teller eines Plattenspielers dreht.


Witzig fantasievolle Wortspiele
Zwischendurch gibt sie nonsens-artige Gedichte zum Besten, die für für so manche Lacher sorgen, wenn es etwa heißt: „Das Dromedar kann Nebel furzen,/ so laut, dass die Planeten purzeln/Drum wirft’s den Mond aus der Umlaufbahn,/der lässt vor Schreck auch einen fahren … Neptun will nichts tun/Saturn hat z’vü z/tuan …“ In der Performance kommt es immer wieder zum Zusammenspiel Preuschls mit dem schrägen Stimmakrobaten „Slivo“ Slivovsky.


Mut zur Fantasie
Das schräge Schau-, Wort- und Musikspiel ist schier fantastisch (oder fantasstuhl bzw. -sofa) wie dieser Begriff kreativ umgestaltet wird, ein universumgroßes Loblied auf Geistesblitze, die Neues entstehen lassen. Und eine Ermutigung für alle, die Ideen und Gedanken haben, die nicht unbedingt in herkömmlichen Bahnen verlaufen (müssen).
Schade, dass diese Performance nur zwei Mal im Wiener WuK gelaufen ist. Aber, so das Versprechen, „wir kommen sicher wieder nach Wien“ mit der Frage, wie so dein Vogel ist.