The Sailmaker’s Wife - Kristin Nordervals Parabel über Macht und Reichtum eröffnete Studio Dans Saison im MuTh
Am 17. September 2026 feierte The Sailmaker’s Wife im Rahmen der Musiktheatertage Wien im MuTh seine Uraufführung. Basierend auf dem japanischen Volksmärchen Tsuru no Ongaeshi („Der Kranich erwidert eine Wohltat“), entfaltet das Werk ein berührendes, kammermusikalisches Drama über die unerbittlichen Mechanismen von Gier, Kapitalismus und ökologischer Zerstörung.
Die hybride Oper verwebt auf verschiedenen Ebenen Tradition und Technologie. Für das Werk entwickelte Kristin Norderval das EVII (Expanded Vocal Improvising Instrument), das die Echtzeit-Aufnahme und -Bearbeitung der Stimme der Kranichfrau ermöglicht. Sopranistin Kaoko Amano extrahiert Fragmente ihrer eigenen Stimme, improvisiert mit ihnen und flicht diese digitalen Samples Schicht für Schicht in das organische Klangnetz ein. Ihr Gegenpart, der Segelweber (Steven Scheschareg), rettet das wundersame Wesen, nur um es bald zur Erschaffung dreier magischer Segel zu zwingen. Eine fatale Entscheidung, die in Überfischung, industrieller Ausbeutung und dem unwiderruflichen Ende der Liebe mündet.
Nick Mangafas
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Dávid Gajdos in Die Presse:
Szenisch und dramaturgisch brachte Regisseurin Theresa Jarczyk das Stück mit minimalen Mitteln auf die Bühne. Sie begnügte sich mit ein paar Projektionen von Umweltverschmutzung und Schwerindustrie auf hängende Tücher, die auch die Segel verkörperten. Die Schlichtheit der Bühne und der Handlung war eine der Stärken des Abends, die zweite war die Musik: Norderval hat keine Angst vor reinen Harmonien, das Stück wirkt trotzdem kein bisschen antiquiert. Fünf Musiker von Studio Dan spielten auf der Bühne auch schauspielerisch mit und interpretierten die fließende, oft rhythmisch pulsierende Musik Nordervals mit ansteckender Leidenschaft. [...]
https://www.diepresse.com/41274479/wiens-unbekanntes-opernfestival-ist-in-topform
Nick Mangafas
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